Der Mediator


 

Aufmerksam geworden, halte ich inne. Eine Radfahrerin muss bremsen, schlingert kurz und fährt dann, eine Verwünschung murmelnd, so dicht an mir vorüber, dass mir ihr Parfüm in die Nase dringt. Es ist ein wuchtig süßer Duft, bei dem ich an vergorene Äpfel denken muss, vielleicht aber auch nur deswegen, weil es so gut zur Jahreszeit passt. Von irgendwoher ertönt das schrille Fiepen eines zurücksetzenden Lasters. Eine Straßenbahn klingelt mit der ihr eigenen Beharrlichkeit. Und im Café, das noch geschlossen hat, wischt ein Kellner so beschwingt über die runden Tische, als würde er zu einer Musik tanzen, die ich nicht hören kann. Es ist ein gewöhnlicher Donnerstagmorgen hier auf dem Erfurter Domplatz – jene Zeit des Tages, in der die Komplexität der Dinge noch überschaubar bleibt und die Toleranz für Uneindeutigkeit etwas ist, das allen leichtfällt.

 

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Sebastian Perler, 37 Jahre, löst als Mediator die Probleme der anderen. Für das Wochenende – der Tag der Deutschen Einheit steht bevor – hat er Reisepläne, die ihn von Erfurt über Hamburg bis in die süddeutsche Provinz führen werden.

 

Doch was als Spritztour geplant war, lässt Sebastians Welt aus den Fugen geraten und konfrontiert ihn mit seinen eigenen ungelösten Fragen. Kann es uns gelingen, einen Punkt zu erreichen, an dem unsere Vergangenheit nicht mehr bestimmt, wer wir sind? Bedeutet Liebe Geborgenheit oder Abhängigkeit? Was ist ein gutes Leben? 

 

In seinem neuen Roman lotet Moritz Hildt die lauernden Abgründe und überraschenden Schönheiten aus, die verborgen liegen in dem, was wir "Alltag" nennen.

 

 

Stimmen zum Buch:

 

"Der Mediator verrät nicht viel über sich – und doch ist man ihm als Leser so nah, dass man im Lesefluss bleiben und das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte. Es ist die klug arrangierte Struktur aus Momentaufnahmen, Dialog und innerem Monolog, die Unmittelbarkeit und Nähe schafft. Am faszinierendsten aber ist, wie es Moritz Hildt mit seiner fein differenzierten Sprache gelingt, dem Ungesagten Raum zu geben."

(Regina Kremsreiter in der Passauer Neuen Presse vom 13.3.2026. Die vollständige Buchbesprechung findet sich hier.)

 

"Geschickt mischt Moritz Hildt die beruflichen Probleme [seines Protagonisten] mit seinen privaten Sorgen, Erwartungen und Gefühlen. Wie auch schon in seinen vorhergehenden Romanen trifft er dabei einen leicht schwebenden, teils philosophischen Ton. Präzise Beschreibungen wechseln mit prallen Eindrücken ab und lassen beim Zuhören des Romans Lust auf das Gesamtwerk entstehen."

(Bericht über die Buchpremiere des Romans von Michael Seehoff. Die vollständige Besprechung findet sich hier.)

 

  

 

Moritz Hildt

Der Mediator

Roman, 232 Seiten

ISBN 978-3-946086-96-3, 20 Euro

 

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